Lüftung

Jeder Mensch benötigt je nach Aktivitätsgrad ca. 30 m³ frische Luft pro Stunde. Für das Lüften ist die wichtige Größe die Luftwechselrate. Sie gibt an, wie häufig pro Stunde die gesamte Raumluft erneuert worden ist. Eine Luftwechselrate von 0,3 – 0,7 pro Stunde, je nach Intensität der Nutzung tagsüber, reicht für die notwendige Frischluftzufuhr aus. Diese kann durch aktive Fensterlüftung erreicht werden. Das Institut Wohnen und Umwelt (IWU) hat errechnet, dass eine Luftwechselrate von „1“ bei einer 75 m² Wohnung ca. 600 l und bei einem Einfamilienhaus von 140 m² ca. 1.150 l Heizölverbrauch pro Winter an Lüftungswärmeverlusten entspricht. Durch eine Vermeidung von Lüftungsfehlern lassen sich Heizkosten senken. Abb. 5 zeigt den Zusammenhang zwischen Luftwechselrate und Energieverbrauch. In allen Neubauten und bei energetisch ambitionierten Altbausanierungen ist fast immer der Einbau einer ventilatorgestützten, mechanischen Lüftungsanlage mit und ohne Wärmerückgewinnung empfehlenswert. Es ist davon auszugehen, dass Lüftungsanlagen in den kommenden Jahren immer mehr zum Standard werden.

Mechanische Lüftungsanlagen

Energieeffiziente Häuser (z. B. Niedrigenergiehäuser, Passivhäuser und vergleichbare Standards) haben durch eine bessere Dämmung der Gebäudehülle, dichte Fugen und das Vermeiden von Wärmebrücken niedrige Wärmeverluste. Unter diesen Voraussetzungen kann eine mechanische Lüftungsanlage die Verluste durch das Lüften reduzieren, von 10 – 15% bei einer Abluftanlage bis hin zu 75 – 90% bei einer Anlage mit Wärmerückgewinnung. In Häusern mit Lüftungsanlagen dürfen die Fenster geöffnet werden, auch wenn viele Bewohner wegen der guten Luftqualität hierzu nur selten ein Bedürfnis verspüren. Die Anlagen saugen „verbrauchte“ und feuchte Luft in Bad-, Sanitär- und/oder Küchen ab, während die Frischluft in die Wohnräume geleitet wird.

Es gibt folgende Anlagen:

  • Abluftanlagen. Die Abluft wird raumweise oder zentral mechanisch abgeführt. Die Zuluft erfolgt dezentral über Fenster oder Einströmöffnungen in den Wohnräumen. Feuchtegeregelte Anlagen sind besonders effizient. Zentrale Zu- und Abluftanlagen.
  • Zu- und Abluft werden in einem Lüftungssystem für das gesamte Haus zentral geführt. Mit Filtern kann die einströmende Luft, z. B. von Pollen (Allergien), gereinigt werden.
  • Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung. Zu- und Abluftführung erfolgen zentral. Bis zu 90% der Wärme der Abluft wird auf die einströmende Frischluft übertragen. In Häusern mit niedrigstem Heizwärmebedarf können diese Lüftungsanlagen mit einer Kleinstwärmepumpe fast die komplette Heizfunktion mit übernehmen.
Gute Ventilatoren verbrauchen in Abluftanlagen weniger als 15 Watt (Jahresstrombedarf: 60 – 100 kWh) und in Anlagen mit Wärmerückgewinnung weniger als 45 Watt (Jahresstrombedarf: 140 – 200 kWh). Pro verbrauchter kWh Strom für die Ventilatoren müssen Lüftungsanlagen mindestens 5 kWh Wärme gewinnen, um zum Einsparen von Primärenergie beizutragen. Gute Anlagen schaffen zwischen 8 und 20 kWh Wärme. Wohngebäude mit Lüftungsanlagen haben schon viele Bewohner durch eine gleichbleibend gute Luftqualität, eingesparte Energie und Wohnkomfort überzeugt. Diese Informationen enstammen der BINE e.V. des Bundesumweltministeriums.

Lüftungsanlagen mit Wäremerückgewinnung unterscheiden sich in zentrale und dezentrale Lüftungssysteme. Hersteller für zentrale Lüftungsanlagen:

Herstellerinformationen:
www.heinemann.de            Heinmann GmbH
www.aerex.de                   Aerex GmbH
www.maico.de                   Maico GmbH
www.helios.de                   Helios GmbH

Herstellerinformationen für dezentrale Lüftungsanalgen:
www.maico.de                   Maico GmbH
www.helios.de                   Helios GmbH

www.inventer.de                Inventer GmbH
www.ltm-ulm.de                 LTM GmbH